Unternehmen


Unternehmerehe

Leitfaden für Unternehmer & Selbständige




"Was haben Selbständige und Unternehmer familienrechtlich zu beachten?"


Familienrecht-Ratgeber.com
FACHANWALTSKANZLEI für FAMILIENRECHT
HOMEPAGE -> HIER ...

Besondere Gesetze sieht das Familienrecht für Unternehmerehen nicht vor. Dennoch sehen sich Unternehmer / Selbständige speziellen Problem und Gefahren des Familienrechts ausgesetzt, wenn die Ehe scheitert. Für familienrechtliche Laien sind die lauernden Gefahren nur schwer zu erkennen. Das gesetzlich vorhandene "Programm" an Trennungs- und Scheidungsfolgen hat aber für den Unternehmer / Selbständigen in der Regel nachteilige Folgen: Der -> Unternehmenswert fällt in den Zugewinnausgleich. Unternehmer bzw. Selbständige stellen Familienrechtler vor besondere Herausforderungen. Manche Anwälte lehnen ein Mandat, das eine Unternehmerehe zum Gegenstand hat, ab, weil der notwendige wirtschaftliche Sachverstand für die Fallbearbeitung fehlt. Dies ist für uns Anlass, Ihnen einen Leitfaden für "Unternehmer & Selbständige" vorzustellen:


Unser -> RATGEBER ONLINE bietet Ihnen umfangsreiche Informationen aus der familienrechtlichen Praxis. Wir sind permanent bemüht, dien aktuelle Rechtsprechung wiederzugeben. Zugang zum RATGEBER ONLINE finden Sie über


I. Das Unternehmen


Unternehmen im Familienrecht

Güterstand - Existenzsicherung - Insolvenzschutz

Leitfaden - Wegweiser

WEGWEISER
zum Schutz des Unternehmens ...


Bei einer klassischen Unternehmerehe ist das -> Unternehmen meist die einzige Einnahmequelle. Kein anderer "Arbeitsplatz" kann familienrechtlich derart stark bedroht werden, wie das Unternehmen durch die Erfassung güterrechtlicher Ausgleichsmechanismen. Wie dem Unternehmen Schutz geboten werden kann, erfahren Sie über den -> Wegweiser zum "Unternehmensschutz"


II. Der Unternehmergatte


Unternehmen & Ehegatteninnenverhältnis

Beteiligung des Ehegatten am Unternehmensaufbau?

Die Mitarbeit im Unternehmen


Zuwendung
EHEBEDINGTE ZUWENDUNG
Was wird erstattet?

Der Ehegatte des Unternehmers hat ein starkes Interesse an finanzieller Absicherung für den Fall des Scheiterns der Ehe. Hat der Ehegatte am Aufbau des Unternehmens mitgewirkt, stehen Ansprüche auf mögliche Entschädigung für geleistete Mitarbeit und die Sicherung des nachehelichen Unterhalts ganz oben auf der Scheidungsliste. Dies sind Schlaglichter auf eine Vielzahl möglicher Problemfelder, die zwar bei jeder Trennung und Scheidung auftauchen können, aber bei einer Unternehmerscheidung besonderes ins Gewicht fallen.

Unternehmen
EHEGATTENINNENGESELLSCHAFT

Selbst wenn der Zugewinnausgleich völlig ausgeschlossen wurde, ist das keine Garantie dafür, dass überhaupt kein Vermögensausgleich im Fall der Scheidung stattfindet. Jetzt ist das Spielfeld des Ausgleichs von -> ehebedingter Zuwendungen eröffnet. Die Rechtsprechung ist erfinderrisch und sucht nach rechtlichen Mitteln, um an Stelle des Zugwinnausgleichs alternative Ausgleichsmechanismen zuzulassen. Einer davon ist die -> Ehegatteninnengesellschaft. Diese Instrument soll helfen, z.B. in der Ehe geleistete (oft unterbezahlte) Mitarbeit des Unternehmergatten zum Aufbau des Unternehmens oder sonstige ehebingte Zuwendungen in Geld auszugleichen

Versorgungsausgleich & unternehmerische Freiheit bei Altersvorsorge


Versorgungsausgleich
VERSORGUNGSAUSGLEICH
Auseinandersetzung der Rentenanwartschaften

Unternehmer haben beim Vermögensaufbau (insbesondere zur Alterssicherung) freien Gestaltungsspielraum. Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gibt es nicht. Dies hat besondere Bedeutung für die Anwendung der gesetzlichen Ausgleichsmechanismen Versorgungsausgleich & Zugewinnausgleich. Bei Scheidungen von Unternehmerehen kommt es in der Praxis nicht selten vor, dass bei Durchführung des gesetzlichen Versorgungsausgleichs Versorgungsanwartschaften des geringer verdienenden Ehegatte im Anstellungsverhältnis auf den selbständigen Ehegatten übertragen werden, aber keine (oder geringere) Versorgungsanwarten vom Unternehmer auf den Ehegatten übertragen werden. Der Grund liegt darin, dass der Unternehmer in der Ehezeit keine -> ausgleichspflichtigen Versorgungsanwartschaften gebildet hat. Er unterliegt nicht der Rentenversicherungspflicht und kann seine eigene Altersvorsorge z.B. in Form von Wertpapieren oder Kapitallebensversicherungen aufbauen. Weder das eine noch das andere wird vom Versorgungsausgleichgesetz (VersAusglG) erfasst (Mehr dazu -> HIER...). Greifen die Ausgleichsmechanismen des VersAusglG nicht, werden alle übrigen Vermögenswerte vom Zugewinnausgleich erfasst. Aber was ist wenn -> Gütertrennung vereinbart wurde? Seit seit dem 01.09.2009 führt die Vereinbarung von Gütertrennung nicht mehr -> automatisch zum -> Ausschluss des Versorgungsausgleichs. Doch hilft dies dem Ehegatten des Unternehmers nicht weiter, wenn der Unternehmer keine ausgleichspflichtigen Anwartschaften gebildet hat. Der Ehegatte des Unternehmers erlangt in diesem Fall weder nach VersAusglG noch über einen Zugewinnausgleich einen Anteil an der Altersvorsorge des Unternehmers. Dies kann zu einem auffälligen Missverhältniss zu Lasten des Ehegatten des Unternehmers führen, vor allem wenn der Ehegatte des Unternehmers zu Gunsten der Kinderversorgung auf den Aufbau einer eigenen Altersvorsorge verzichten musste. Die Vereinbarung von Gütertrennung ohne Regelung von Kompensationsleistungen wegen faktischem Ausschluss von Versorgungsausgleichsleistungen kann zur Unwirksamkeit des gesamten Ehevertrages führen

Loewe
BGH, Beschluss vom 29.01.2014 - XII ZB 303/13
Zur Wirksamkeit eines Versorgungsausgleichsauschlusses

(Zitat, Rn 16) "Wie der Senat wiederholt dargelegt hat (grundlegend Senatsurteil BGHZ 158, 81, 94 ff. = FamRZ 2004, 601, 604 ff.), darf die grundsätzliche Disponibilität der Scheidungsfolgen nicht dazu führen, dass der Schutzzweck der gesetzlichen Regelungen durch vertragliche Vereinbarungen beliebig unterlaufen werden kann" (...) Die Belastungen des einen Ehegatten wiegen dabei umso schwerer und die Belange des anderen Ehegatten bedürfen umso genauerer Prüfung, je unmittelbarer die vertragliche Abbedingung gesetzlicher Regelungen in den Kernbereich des Scheidungsfolgenrechts eingreift" (-> Kernbereichslehre).

(Zitat, Rn 20) "Ein Ausschluss des Versorgungsausgleichs ist nach § 138 Abs. 1 BGB schon für sich genommen unwirksam, wenn er dazu führt, dass ein Ehegatte aufgrund des bereits beim Vertragsschluss geplanten (oder zu diesem Zeitpunkt schon verwirklichten) Zuschnitts der Ehe über keine hinreichende Alterssicherung verfügt und dieses Ergebnis mit dem Gebot ehelicher -> Solidarität schlechthin unvereinbar erscheint. Das ist namentlich dann der Fall, wenn sich ein Ehegatte, wie schon beim Vertragsschluss geplant oder verwirklicht, der Betreuung der gemeinsamen Kinder gewidmet und deshalb auf eine versorgungsbegründende Erwerbstätigkeit in der Ehe verzichtet hat. In diesem Verzicht liegt ein Nachteil, den der Versorgungsausgleich gerade auf beide Ehegatten gleichmäßig verteilen will und der ohne Kompensation nicht einem Ehegatten allein angelastet werden kann, wenn die Ehe scheitert (Senatsurteil vom 9. Juli 2008 XII ZR 6/07 FamRZ 2008, 2011 Rn. 17)." (Anmerkung: zum -> Altersvorsorgeunterhalt nach Scheidungsantrag -> HIER...).


III. Der Unternehmer im Unterhaltsrecht


Der Unternehmer und sein Einkommen

unterhaltsrelevantes Einkommen bei Selbständigkeit

Unternehmen
UNTERNEHMER & SELBSTÄNDIGE
im Unterhaltsrecht

Das  unterhaltsrelevante -> Einkommen ist der wichtigste Baustein zur Ermittlung eines -> Unterhaltsanspruchs. Bei der Einkommensermittlung zeigen sich Unterschiede zwischen Unternehmer und Angestellte in vielerlei Hinsicht. Die Hauptgründe dafür sind
  • die weitaus geringere Transparenz der unternehmerischen Gewinneinkünfte,
  • die unvorhersehbaren Einkommensschwankungen der Unternehmereinkünfte,
  • die Technik der Besteuerung der Unternehmereinkünfte im Wege der Einkommensteuervorausszahlungen nach Gewinnprognose,
  • das Fehlen von gesetzlichen Sozialversicherungsabgaben.

Hier werden vom Anwalt für Familienrecht zumindest Grundkenntnisse der steuerlichen Gewinnermittlung gefordert. Ohne diese wird er bei der ohnehin umfangreichen -> Einkommensdebatte kaum erkennen können, ob der Unternehmer ordnungsgemäß Auskunft über seinen unterhaltsrelevanten Unternehmergewinn erteilt hat, ob und welche unterhaltsspezifische Korrekturen des steuerlichen Gewinnermittlungsergebnisses veranlasst sind. Mehr zum Thema "Unterhalt & Unternehmer" -> HIER...


IV. Unternehmerische Freiheit in der Ehe


Unternehmerische Freiheit & Güterstand

Verfügungsbeschränkungen bei Zugewinngemeinschaft

Vermoegen
VERFÜGUNGSBESCHRÄNKUNGEN
des Güterrechts

Während intakter Ehe sollte auf den Erhalt notwendiger unternehmerischer Gestaltungsfreiheiten geachtet werden. Hier kann § 1365 BGB zum Hemmschuh werden. Dies betrifft Verfügungen, die im Wesentlichen das -> komplette Vermögen eines Ehegatten betreffen und Gegenstände, die zum -> Haushalt gehören. Bei der Zugewinngemeinschaft kann ein Ehegatte über sein Vermögen im Ganzen nur verfügen, wenn dem der andere Ehegatte zustimmt (§ 1365 BGB). Die Verfügungsbeschränkung nach § 1365 BGB gilt auch, wenn es um die Verfügung über nur einen Vermögensgegenstand geht, dieser aber im wesentlichen das gesamte Vermögen darstellt. Das kann auf ein Unternehmen ohne weiteres zutreffen. Ist dies der Fall, sind Verfügungen über das Unternehmen unwirksam, solange der Ehegatte nicht zustimmt (vgl. dazu OLG Hamm, Beschluss vom 29.09.20011 - II-4 WF 20/11). Mehr Informationen zur Verfügungsbeschränkung erhalten Sie -> HIER...


V. Links & Literatur


Links



Literatur


  • BGH - Beschluss vom 15.03.2017 - XII ZB 109/16, zur Sittenwidrigkeit des -> Ehevertrages in "Unternehmerehe"
  • VRiOLG Dieter Büte, Bad Bodenteich/Celle: Richtige Einkunftsermittlung bei Selbständigen
  • Fischer-Winkelmann, Wolf F., Unterhalstrechtliche Einkommensberechnung bei Selbständigen: Informationspflichten "versus" Informationsbedarf?, in: FUR 1992, 14ff.


VI. Unser Angebot


Familienrecht-Ratgeber.com

Unser Angebot


im Überblick finden Sie -> HIER ...

Schroeck

♦ Kontakt zur Fachanwaltskanzlei


Rufen Sie an (Tel.: 089/2155-4181-0) oder schreiben uns eine E-Mail (-> info@familienrecht-ratgeber.com). Mehr Infos zur -> persönlichen Kontaktaufnahme finden Sie -> HIER ....

Copyright © familienrecht-ratgeber.com, Dr. jur. Jörg Schröck - Alle Rechte vorbehalten.