Der Gang zum Familiengericht

Welche familienrechtliche Verfahren gibt es?

FAMILIENRECHTLICHER STREIT

Wer sich -> scheiden lassen will, muss durch ein -> Scheidungsverfahren. Daran führt kein Weg vorbei. Erfolgt die -> Scheidung einvernehmlich, kommt eine einfache und kostengünstige -> Scheidung Online in Frage. Ob man weitere Streitthemen (-> Folgesachen) vor dem Familiengericht austragen soll, hängt von vielen Faktoren ab. Der -> Wegweiser bietet einen kurzen Abriss über die häufigsten Verfahren in der familienrechtlichen Praxis.


I. Streitpotential: Ist ein gerichtliches Verfahren notwendig?


Familiengerichtliches Verfahren

Gründe für und gegen eine gerichtliche Auseinandersetzung

♦ Streitpotential & Lösungswege


Wegweiser
WEGE zum FAMILIENRECHT

Der Rat zu einem familiengerichtlichen Verfahren hängt u.a. davon ab, wie die -> Beweislast in Familiensachen gestaltet ist. Nach einer Trennung geht es meist nur noch ums Geld. Dehalb wurde ein besonderer Fokus auf die -> Beweislastverteilungen im Bereich von -> Unterhaltsverfahren gelegt (-> Darlegungs- und Beweislast im Unterhaltsverfahren). Zusätzlich geht es um die Zukunft familiärer Sturkturen. Das familiäre Verhältnis kann durch ein gerichtliches Verfahren nachhaltig Schaden nehmen. Dieser Aspekt tritt in den Vordergrund, wenn Kinder im Spiel sind. -> Trennen sich die Eltern, sind Kinder ohnehin bereits stark vorbelastet, wobei u.a. vor unnötigen gerichtlichen -> Sorgerechts-Verfahren abgeraten wird und nach Alternativen (-> Thema Elternvereinbarung) zu suchen ist (-> Thema Elternkonflikte & Elternverantwortung). Geht es um gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Eltern und ihren volljährigen Kindern wegen -> Volljährigenunterhalt, wird oft ein solches Verfahren mit emotionionaler Enttäuschung quittiert ("Warum hat man vorher nicht geredet? Muss der Prozess jetzt wirklich sein?"). Zuletzt sollte bedacht werden, dass nicht jeder Anwalt die Interessen seines Mandanten im Vordergrund sieht und - ohne begründeten Anlass - zu kostspieligen Verfahren rät. Das ist für Laien schwer zu durchblicken. Als Hilfe und zum Schutz davor haben wir  -> "Familienrecht Online  geschrieben. Dafür haben wir einen u.a. einen -> Anwaltscheck zur Verfügung gestellt. 

Verfahrenskosten & Kostenerstattung


Familienrecht-Ratgeber.com
KOSTEN

Nach § 81 FamFG kann das Familiengericht die Kosten eines familiengerichtlichen Verfahrens (= Anwaltskosten, Gerichtskosten, Parteiauslagen) nach billigem Ermessen auf die Beteiligten verteilen. Diese Vorschrift gilt aber nicht für alle famillienrechtlichen Angelegenheiten. Insbesondere Rechtstreitigkeiten, bei denen ums Geld gestritten wird, (z.B. Unterhaltssachen und Güterrechtssachen) und die sog. Familienstreitsachen112 FamFG) sind, gilt § 81 FamFG nicht. Vielmehr gelten  die allgemeinen Verfahrensvorschriften der ZPO, auf die § 113 FamFG verweist. Dies hat Konsequenzen für die Kostentragungspflicht und Kostenverteilung zwischen den Beteiligten. Die Kosten werden in ZPO-Verfahren grundsätzlich nach  Maßgabe des Obsiegens und Unterliegens aufgeteilt (§ 91 ZPO). Eine Kostenentscheidung der Familiengerichts nach billigem Ermessen (§ 81 FamFG) gibt es in Familienstreitsachen nach § 112 FamFG nicht. Wird also Unterhalt gerichtlich geltend gemacht, so sind die Verfahrenskosten genauso zu tragen, wie bei einer ganz normalen zivilrechtlichen Streitigkeit: Der Unterliegende trägt die Kosten des Verfahrens (§ 91 ZPO -> Thema "Erstattungsfähige Verfahrenskosten"). In Ausnahmefällen kann bei einer Unterhaltsklage von diesem Grundsatz abgewichen werden, wenn der auf Unterhalt Verklagte mangels Auskünfte zum Einkommen & Vermögen ein Unterhaltsverfahren provoziert hat (-> Thema Klage ohne Auskunft). Zur Verteilung der Kosten eines Scheidungsverfahrens -> HIER ...


II. Scheidungsverfahren


Scheidungsverfahren

Ablauf des Verfahrens bis zum Ausspruch der Scheidung

Scheidung
SCHEIDUNG
Wie funktioniert eine Scheidung? ...

Wie eine Scheidung vorbereitet wird und wie der typische Ablauf des Scheidungsverfahrens ist, erfahren Sie -> HIER ... 


III. Verbundverfahren


Scheidungsverbund

Scheidung & Folgesachen

Scheidung
SCHEIDUNGSFOLGEVERFAHREN

Neben der blanken Scheidung können für den Fall der Scheidung weitere Angelegenheiten (mit-)geregelt werden. Man spricht von Folgesachen im -> Verbundverfahren. Mehr dazu erfahren Sie  -> HIER ... 


IV. Unterhaltsverfahren


Unterhaltsverfahren

Besondere Verfahren zum Unterhaltsanspruch

Geld

UNTERHALTSVERFAHREN
Der Weg zum Unterhaltstitel ...


Hier gibt es viele Verfahrensvarianten zu beachten. Unterhalt ist eine dynamische Angelegenheit. Somit gibt es Verfahren zum erstmaligen Erreichen eines Unterhaltstitels und weiter Verfahren zur -> Abänderung von bereits existierenden Unterhaltstiteln. Den Einstief für das richtige Verfahren finden Sie -> HIER ...


V. Verfahren wegen Zugewinnausgleich


Wer muss welches Vermögen beweisen?

Beweislastverteilung & Prozessrisiken

Zugewinn

ZUGEWINN
Er muss welche Vermögenspositionen beweisen? ...


Die Einschätzung des Prozessrisikos ist bei solchen Verfahren besonders wichtig, da es meist um hohe Gegenstandswerte geht. Meist neigen die Beteiligten dazu, ihre eigenen Vermögenswerte zu verschweigen. Der Erfolg vor Gericht hängt maßgebend von der Kenntnis der Beweislastregeln ab. Mehr dazu -> HIER ...


VI. Kindschaftsverfahren


Verfahren für das Kind

Die Kindschaftssachen zum Umgangsrecht & Sorgerecht

Umgangsrecht
UMGANGSVERFAHREN

Verfahrenbetreffend das Umgangsrecht (§ 151 Ziff.2 FamFG)

Sorgerecht
SORGERECHTSVERFAHREN

Verfahren betreffend die elterliche Sorge (§ 151 Ziff.1 FamFG)


VII. Vaterschaftsverfahren


Verfahren für den Vater

Gesetzlicher Vater & leiblicher Vater

Vater
VATERSCHAFTSVERFAHREN

An die Frage, wer der gesetzliche und wer der leiblicher Vater ist (-> Vaterrechte), knüpfen zahlreiche Rechtfolgen an


VIII. Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH)


Bundesgerichtshof

in Familiensachen nur bei Vorlage durch OLG

Verfahren

BUNDESGERICHTSHOF (BGH)


Der BGH entscheidet nur, wenn ein OLG den Rechtstreit vorlegt bzw. die Rechtsbeschwerde zugelassen wird. Kein Beteiligter kann auf Antrag den BGH in familienrechtlichen Angelegenheiten erreichen.


IX. Befangenheit von Richtern und Sachverständigen


Ablehnung des Richters oder Sachverständigen

wegen möglicher Befangenheit

Verfahren
WEGWEISER
zu den familienrechtlichen Verfahren ...

In allen familienrechtlichen Verfahren gibt es die Möglichkeit,  den Richter oder mit der Sache befasste Sachveständige wegen Befangenheit abzulehnen. Für Familienstreitsachen ergibt sich die mit Verweis des § 113 Abs.2 FamFG auf §§ 41 bis 49 ZPO. Für sonstige Familiensachen verweist § 6 Abs.1 S.1 auf §§ 41 bis 49 ZPO. Insgesamt dürfte die Ablehnung wegen Besorgnis der Befangenheit eine Maßnahme sein, welche nur in seltenen Ausnahmefällen Sinn machen kann. Wenn aber eine solche Maßnahme nötig erscheint, sollte sie gut vorbereitet sein.

Loewe

AG Kaufbeuren, Beschluss v. 27.06.2016 - 3 F 272/16
Befangenheit eines Richters im Umgangsverfahren


Hinweise:

Literatur:

  • Fritz Finke, Die Behandlung der Gründe für die Ablehnung von Richtern und Sachverständigen in der neueren Rechtsprechnung, in FF 2016, 191


X. Links & Literatur


Links


Literatur


  • C. Krumm, 15 Praxisprobleme der einstweiligen Anordnung in Unterhaltssachen, in: NZFam 2016, 301
  • Klaus Schnitzler, Die Crux mit der einstweiligen Anordnung, in: FF 2016, 355
  • Vogel, Rechtsfolgen bei übermäßiger Dauer des Verfahrens in Familiensachen, in: FF 2014, 434ff.
  • Fritz Finke, Die Behandlung der Gründe für die Ablehnung von Richtern und Sachverständigen in der neueren Rechtsprechnung, in: FF 2016, 191
  • Eva Bode, Grundzüge des Beschwerdverfahrens, in: FK 2015, 101
  • Eva Bode, Richtige Anträge im Beschwerdeverfahren (mit Musterformulierungen), in: FK 2015, 103
  • Oliver Elzer, Formalien der Beschwerde in Familiensachen, in: NZFam 2015, 1042
  • Klaus Bacher, der elektronische Rechtsverkehr im Ziviprozess, NJW 2015, 2753 ff

In eigener Sache ...


  • Ablehnung des Richters in einem Kindschaftsverfahren wegen Befangenheit, unser Az.: 232/15 (D3/d497-16)


XI. Angebot


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Unser Angebot


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Schroeck

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