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Kindesunterhalt

Die Barunterhaltspflicht der Eltern


  • Wann haben Kinder einen Anspruch auf Unterhalt in Form von Geld = Barunterhalt?

    "Kinder kosten Geld"
    Der > Unterhaltsbedarf eines minderjährigen Kindes besteht in Form von Kost, Logis, Pflege- und Erziehungsleistungen (= Unterhaltsleistung in natura = Naturalunterhalt) und in Form eines (vollen) Kostendeckungsbeitrags für die angemessenen Konsumbedürfnisse eines Kindes. Den notwendige Geldaufwand zur Deckung des > Lebensbedarfs des Kindes nennt man > BARUNTERHALT
  • Wegweiser zur Barunterhaltspflicht > hier


Barunterhalt - Die monatliche Geldrente


§ 1612 Abs.1 und Abs.3 BGB - Gesetzestext


(1) Der Unterhalt ist durch Entrichtung einer Geldrente zu gewähren. Der Verpflichtete kann verlangen, dass ihm die Gewährung des Unterhalts in anderer Art gestattet wird, wenn besondere Gründe es rechtfertigen.

(2) ... (siehe dazu > hier)

(3) Eine Geldrente ist monatlich im Voraus zu zahlen. Der Verpflichtete schuldet den vollen Monatsbetrag auch dann, wenn der Berechtigte im Laufe des Monats stirbt.

Anmerkung


WEGWEISER
zum Kindesunterhalt nach Trennung der Eltern


Der § 1612 BGB meint mit "Unterhalt" des Kindes den Anteil an Barunterhalt (§ > 1612 Abs.1 S.1 BGB), der auf volle Euro-Beträge gerundet werden soll (§ 1612a Abs.2 S.2 BGB). Tatsächlich Unterhalt für ein (minderjähriges) Kind aus den Bestandteilen Barunterhalt & Naturalunterhalt. § 1612 Abs.1 BGB stellt den Grundsatz auf, dass Barunterhalt in monatlichen - in der Höhe gleichbleibenden - Raten (Geldrente) zu bezahlen ist. Weiter regelt § 1612 Abs.3 BGB, dass die Rente im Voraus zu bezahlen ist. Einen geringeren als den gesetzlich geschuldeten Barunterhalt können die Eltern nicht vereinbaren (> Vereinbarungen zum Unterhalt).

GESETZLICHES VERBOT
bei Unterhaltsverzicht


Einen geringeren als den gesetzlich geschuldeten Barunterhalt können die Eltern nicht vereinbaren (> Vereinbarungen zum Unterhalt). Nur die Erfüllung des Unterhalts in anderer Art (evtl. Naturalunterhalt) oder mit einem anderen Turnus oder eine vom Gesetz abweichende > Haftungsverteilung im Innenverhältnis (sog. > Freistellungsvereinbarung) können die Eltern vertraglich bestimmen. Stets ist dabei zu beachten, dass im Ergebnis kein (Teil-)Unterhaltsverzicht der Kinder entsteht. Dies wäre ein Verstoss gegen das gesetzliche Verbot des § > 1614 Abs.1 BGB.


Die Alternativen zur monatlichen Geldrente


§ 1612 Abs. 2 BGB - Gesetzestext


(1) ... (siehe dazu > hier)

(2) Haben Eltern einem unverheirateten Kind Unterhalt zu gewähren, können sie bestimmen, in welcher Art und für welche Zeit im Voraus der Unterhalt gewährt werden soll, sofern auf die Belange des Kindes die gebotene Rücksicht genommen wird. Ist das Kind minderjährig, kann ein Elternteil, dem die Sorge für die Person des Kindes nicht zusteht, eine Bestimmung nur für die Zeit treffen, in der das Kind in seinen Haushalt aufgenommen ist.

(3) ... (siehe dazu > hier)

Links zum Unterhaltsbestimmungsrecht der Eltern nach § 1612 Abs.2 BGB



Welcher Elternteil barunterhaltspflichtig?



Anteilige Barunterhaltspflicht - § 1606 Abs.3 S.1 BGB


Unterhalt ist eine Geldrente (§ 1612 Abs.1 S.1 BGB), also grundsätzlich Barunterhalt. Für den Barunterhalt für das Kind haften beide Elternteile anteilig (§ > 1606 Abs.3 S.1 BGB).
> Mehr


Haftungsfreistellung
wegen Kinderbetreuung - § 1606 Abs.3 S.2 BGB


ANTEILIGE UNTERHALTSHAFTUNG
für minderjährige Kinder


Nach Trennung der Eltern minderjähriger Kinder erfolgt gem. > § 1606 Abs.3 S.2 BGB für den kinderbetreuenden Elternteil eine Haftungsfreistellung vom Barunterhalt. Mit Kinderbetreuung gilt die Barunterhaltspflicht in der Regel als erfüllt. Also bleibt  nach Trennung der Elternteil in der Barunterhaltshaftung, der das Kind nicht betreut
> Mehr


  • Die Gleichwertigkeit von Natural- und Barunterhalt im Regelfall > hier
  • Brechnungsbeispiel im Regelfall > hier
  • Die Barunterhaltspflicht beider Eltern im Ausnahmefall > hier


Anteilige Barunterhaltspflicht beim Volljährigenunterhalt



Volljährige Kinder haben keinen Bedarf an > Naturalunterhalt. i.S.d. § 1606 Abs.3 S.2 BGB. Mit anderen Worten: Die unterhaltsrechtliche Modellvorstellung geht davon aus, dass ab 18 der Bedarf an persönlichkeitsbildenden Maßnahmen durch die Eltern nicht mehr existiert. Das entspricht auch meist der Realität: Volljährige Kinder lassen sich von ihren Eltern kaum noch in ihre Lebensgestaltung "hineinreden". Den Eltern fehlt dafür die rechtliche Befugnis, denn das > Sorgerecht der Eltern endet mit Erreichen der Volljährigkeit. Ergo: der -> Volljährigenunterhalt ist auf einen möglichen > Barunterhalt beschränkt. Was das unterhaltsrechtlich bedeutet,  erfahren Sie
> hier


  • Unterhaltshaftung beider Eltern gegenüber volljährigen Kindern > hier
  • Brechnungsbeispiel: volljähriges Kind mit abgeleiteter Lebensstellung > hier


Links & Literatur


Links


Literatur


  • Hans-Ulrich Graba, Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshof zum Unterhaltsrecht im Jahr 2014, FF 2015, 225
  • Hans-Ulrich Graba, Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Unterhaltsrecht im Jahr 2013, FF 2014, 50
  • Langenfeld/Milzer, Handbuch der Eheverträge und Scheidungsvereinbarungen, 7. Auflage, 2015
Kindesunterhalt | Barunterhaltspflicht
Barunterhalt: Wenn der Unterhalt in Form einer monatlichen Geldrente zu bezahlen ist ...
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