Auskunft_gross


Versicherung an Eides statt

zur erteilten Auskunft


WEGWEISER
zur Versicherung an Eides statt


  • Wann und wie muss eine eidesstattliche Versicherung zusätzlich zur Auskunft  abgegeben werden?

In der Praxis wird häufig die Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung zur "Vollständigkeit und Richtigkeit" einer erteilten > Auskunft verlangt. Das ist jedoch nicht zulässig. Denn § 260 Abs.2 BGB enthält eine so weit gefasste Erklärungspflicht nicht. Nach § 260 Abs.2 BGB muss lediglich versichert werden, dass ein Auskunftsverzeichnis "nach besten Wissen so vollständig angegeben wurde, wie man dazu  imstande war". Mehr, als was das Gesetz verlangt, sollte man nicht eidesstattlich versichern. Denn eine falsche eidesstattliche Versicherung hat strafrechtliche Konsequenzen.

> Mehr


Anspruch auf eidesstattliche Versicherung


DRUCK zur AUSKUNFT
Maßnahmen zur Durchsetzung des Auskunftsanspruchs




die allgemeinen Vorschriften der §§ -> 260, 261 BGB für (entsprechend) anwendbar. Besteht ein Grund zu der Annahme, dass die bisher erteilte Auskunft nicht vollständig oder inhaltlich falsch ist, kann eine Versicherung an Eides statt außergerichtlich verlangt (§ -> 260 Abs.2 BGB), gerichtlich verfolgt und nach § 888 ZPO vollstreckt werden (BGH NJW 2008, 917 Tz 13). Weiter kann es im Rahmen des Unterhaltsverfahrens zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung kommen (-> verfahrensrechtliche Auskunftspflicht).


 

Rechtsprechung
AG Ludwigslust, Teilurteil vom 19.05.2010 - 5 F 24/09
Voraussetzung für eine Versicherung an Eides statt nach § 260 Abs.2 BGB

(Zitat) "das einzige Instrument für eine gewisse Gewährleistung von deren Zuverlässigkeit, dass der Auskunftsverpflichtete gemäß §§ 1605 Abs. 1 Satz 3, 260 Abs. 2 BGB auf Verlangen zu Protokoll an Eides statt zu versichern hat, dass er nach bestem Wissen seine Auskunft so vollständig gegeben habe, als er dazu imstande sei, wenn Grund zu der Annahme besteht, dass das Verzeichnis nicht mit der erforderlichen Sorgfalt aufgestellt worden ist. Voraussetzung hierfür ist aber eben, dass überhaupt schon eine Auskunft in der Form eines Bestandsverzeichnisses nach § 260 Abs. 1 BGB, d. h. einer schriftlichen Zusammenstellung der einzelnen Auskunftsgegenstände (vgl. Staudinger-Bittner, Kommentar zum BGB, Bearbeitung 2009, § 260 Rn. 35), erteilt worden ist"

Anmerkung: Der Beschluss ist ein Beispiel für eine rechtskräftige Verpflichtung zur Abgabe einer Versicherung an Eides statt.


Der Druck zur Wahrheit


Keine Gewähr für wahre Angaben!

Keiner - auch nicht das Gericht - kann jemanden zur Wahrheit zwingen. Vor Lügen in einem gerichtlichen Verfahren ist niemand sicher. Abschreckende Wirkung kann eine mögliche -> eidesstattliche Versicherung bieten. Doch bietet sie keine Gewähr, dass der Inhalt einer solchen Versicherung falsch ist. Wenn es keine Anhaltspunkt oder handfeste Verdachtsmomente für eine falsche eidesstattliche Versicherung gibt, muss sowohl das Gericht als auch die Beteilgten mit dem Risiko der Unwahrheit leben (-> Thema eidesstattliche Versicherung).

Wer vor einer zur Abnahme einer Versicherung an Eides Statt zuständigen Behörde mit den Worten „an Eides Statt“ oder einer ähnlichen Formel die Richtigkeit und Vollständigkeit (-> Thema ordnungsgemäße Auskunft) seiner Erklärung versichert und dabei wissentlich in Kauf nimmt, dass die bekräftigte Aussage falsch ist, gibt eine strafbare falsche Versicherung an Eides Statt ab. Wird nach Maßgabe des § 1605 Abs.1 S.3 BGB zur Gaubhaftmachung der Richtigkeit und Vollständigkeit der Auskunft eine solche Erklärung mit Eides-Formel abgegeben ist sie nur strafbar, wenn Sie vor dem zuständigen Gericht (im Unterhaltsverfahren) oder zur Vorlage und Verwendung für ein Unterhaltsverfahren abgegeben wurde. Andernfalls fehlt die Tatbestandsvoraussetzung des § 156 StGB (" vor einer zuständigen Behörde"). Weiter sind - auch ohne Versicherung an Eides statt - Verstöße gegen die prozessuale Wahrheitspflicht strafbar und stellen einen Prozessbetrug dar.


Prozessuale Wahrheitspflicht


PROZESSUALE WAHRHEITSPFLICHT
Auskkunftspflichten in und nach einem Unterhaltsverfahren


Gehen die Beteiligten in ein -> Unterhaltsverfahren trifft sie die -> prozessuale Wahrheitspflicht. Wer jetzt im Verfahren falsche Angaben oder bewusst unvollständige Angaben zu unterhaltsrelevanten Tatsachen macht, dem droht ein Verfahren wegen versuchten -> Prozessbetrugs.


Links & Literatur


Links


Literatur


In eigener Sache ...


  • AG Frankfurt a.M. -  451 F 63/14 - Auskunfts zum Vermögensbestand & eidesstattliche Versicherung, unser Az: 510/16 (D3/253-18)
  • AG Kiel - 53 F 21/16, verfahrensrechtlicher Auskunftsanspruch & eidesstattliche Versicherung, unser Az.: 93/16 (D3/1045-16)
Copyright © familienrecht-ratgeber.com, Dr. jur. Jörg Schröck - Alle Rechte vorbehalten.
Wir nutzen Cookies. Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung.