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Umgangsrecht

 durchsetzen - Musterantrag

Standort: Kanzlei für Familienrecht > Infothek > Leitfaden für ElternUmgangsrecht > Elternvereinbarung > Umgangsrecht durchsetzen > Umgang beantragen


Umgang
mit dem Kind


» Streit um Umgangsrecht

Die Vermeidung eines > Elternkonflikts dient dem > Kindeswohl am besten. Bevor wegen Streitigkeiten um das > Umgangsrecht der Weg zum Familiengericht beschritten wird, sollte zunächst eine > außergerichtliche Elternvereinbarung angestrebt werden. Ist eine Kommunikation zwischen den Eltern nicht möglich, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Das Jugendamt ist hierfür der erste Ansprechpartner. Erst wenn trotz > Vermittlungsversuchen des Jugendamts keine  einvernehmliche Lösungen erreichbar erscheint, sollte der gerichtliche Weg (> Kindschaftsverfahren) beschritten werden. Mehr zur gerichtlichen Dursetzung des Umgangsrechts
> hier

» Musterantrag zur Umgangsregelung

Ein detaillierter Antrag ist nicht zwingend erforderlich (> Mehr), doch in der Praxis üblich. Hier stellen wir als Muster einen detaillierten > Antrag zur Regelung des Umgangs vor.

Autor: Dr. Schröck - Kanzlei für Familienrecht

Muster zur Umgangsregelung

Weitere Wegweiser zum Umgang mit dem Kind

Links & Literatur


Muster - Antrag auf Umgangsregelung

Dem folgenden Antragsmuster liegt die Situation zu Grunde, des ein Vater aufgrund der großen Distanz zum Wohnort des Kindes und beengten wirtschaftlichen Verhältnissen nicht in der Lage ist, eine Wochenendregelung zur Ausübung des Umgangs mit dem Kind anzustreben und umzusetzen. Der Antrag richtet sich auf Regelung des Umgangs in den > Ferienzeiten. Meist enden gerichtliche Umgangsverfahren in Form einer > Elternvereinbarung.

Amtsgericht
Abteilung für Familiensachen
[Anschrift]


Aktenzeichen: - neu -

[Datum]:

unser Zeichen:


Antrag auf Umgangsregelung
in der Familiensache

betreffend

das Kind [Name, Vorname], geboren am [Geburtsdatum] in [Geburtsort], wohnhaft [Anschrift des Kindes]

Beteiligte:

Kindsvater: Herr [Name, Vorname, Anschrift des Vaters]

- Antragsteller -

Prozessbevollmächtigter: [Name, Vorname, Anschrift]

Kindsmutter: Frau [Name, Vorname, Anschrift der Mutter]

- Antragsgegnerin -

Namens und in Vollmacht des Antragstellers

beantrage

ich hiermit, das > Umgangsrecht betreffend des gemeinsamen Kindes [Name, Vorname], geboren am [...], mit dem Kindsvater wie folgt für [Zeitraum] zu regeln:

I. Dem antragstellenden Kindsvater steht das Recht zu, das gemeinsame Kind [Name, Vorname des Kindes] in den Ferien wie folgt zu sich zu nehmen:

In den Pfingsferien im Jahre 2013 für zwei Wochen und zwar vom 18.05.2013 von 08:00 Uhr bis zum 31.05.2013 um 15:00 Uhr. In den Sommerferien im Jahre 2013 für drei Wochen und zwar vom 17.08.2013 um 08:00 Uhr bis zum 08.09.2013 um 15:00 Uhr. In den Herbstferien im Jahre 2013 für 1 Woche und zwar vom 26.10.2013 um 08:00 Uhr bis zum 02.11.2013 um 15:00 Uhr. An Weihnachten 2013 am 21.12.2013 um 08:00 Uhr bis zum 25.12.2013 um 15:00 Uhr.

II. Der beteiligten Kindsmutter wird aufgegeben, dass Kind rechtzeitig an dem Abholtag zur Abholung bereit zu halten, sowie zu den Ferientagen angemessene Kleidung zum Wechseln zu versehen. Der umgangsberechtigte Kindsvater hat das Kind zum festgelegten Zeitpunkt rechtzeitig und pünktlich zurückzubringen.

III. Für die Ferienzeiten ab dem Jahr 2014 steht dem Antragsteller das Recht zu, das gemeinsame Kind [Name, Vorname des Kindes] in den Ferienzeiten wie folgt zu sich zu nehmen:

1. In den bayerischen Sommerferien verbringt das Kind [Name, Vorname des Kindes] in geraden Jahren die erste, in ungeraden die zweite Hälfte der Ferien beim Vater, der mit dem Kind nach seiner Wahl in Urlaub fahren kann. Der konkrete Zeitpunkt und Abholtag, sowie der Übergabetag für das Zurückbringen des Kindes wird nach Maßgabe der vorherstehenden Zeiträume der Antragsgegnerin mindestens zwei Monate vor beginn der Ferienzeit verbindich mitgeteilt. In diesem Fall gelten die mitgeteilten Übergabetermine für die Antragsgegnerin ebenfalls als verbindllich.

2. In den Pfingsferien, Herbstferien und Weihnachtsferien ab dem Jahr 2014 verbringt das Kind [Name, Vorname des Kindes] jeweils die erste Woche der Ferien beim Antragsteller. Der jeweilige Abholtag für den Ferienumgang ist der 2. Ferientag um 08:00 Uhr. Anton wird am 8. Ferientag bis um 15:00 Uhr vom Antragsteller am Wohnort der Antragsgegnerin wieder übergeben.

Begründung:

Die Beteiligten sind seit dem [Trennungsdatum] getrenntlebende Eheleute. Die Ehe der Eltern wurde am [Datum der > Rechtskraft der Scheidung] geschieden . Aus der Ehe ist das minderjährige Kind [Name, Vorname, Geburtsdatum] hervorgegangen. Das Kind lebt bei der Antragsgegnerin. Der Antragsteller hatte das letzte Mal geregelten Umgang mit seinem Sohn vor etwa 3 Jahren. Seinerzeit sah die Umgangsregelung vor, dass die Antragsgegnerin das Kind freitags nach Ulm gebracht und von dort wieder abgeholt hat. Das Gleiche geschah beim Zurückbringen des Kindes. Seit ca. 3 Jahren weigert sich die Antragsgegnerin den Umgang des Kindes [Name] mit seinem Vater zuzulassen. Das letzte Mal hatte der Antragsteller seinen Sohn im Mai 2011 für gerade mal drei Tage in den Pfingsferien gesehen. Jede Art von außergerichtlichem Einigungsversuch ist gescheitert. Die Antragsgegnerin spricht in Kindsbelangen nicht mit dem Antragsteller.

Beweis: Parteivernehmung des Antragstellers

Die Antragsgegnerin lehnt eine Einigung mit dem Antragsteller ab. Dies wird auch durch das Jugendamtsschreiben vom 25.02.2013 dokumentiert, in dem die Antragsgegnerin ein gemeinsames Gespräch beim Jugendamt für sinnlos erachtet.

Beweis: Schreiben des Jugendamts vom [Datum] in Kopie als Anlage

Zwar wünscht sich der Antragsteller außerhalb der Zeiten der Schulferien weiteren Umgang auch an Wochenenden mit seinem Sohn, jedoch erscheint dies aufgrund der großen Distanz von 330 km zwischen [Wohnsitz des Vaters] und [Wonort des Kindes] nur schwer realisierbar. Hinzu kommt, dass der Antragsteller in engen wirtschaftlichen Verhältnissen lebt und ein Wochenendumgang mit Kosten von ca. 300 € an Fahrtkosten mit dem Zug verbunden wäre. Als Verbindung würde zur Verfügung stehen Abfahrt [...]. Würde das Kind am Samstag zum Vater reisen, wäre es vermutlich von der Reise erschöpft. Das Gleiche gilt auch bei der Rückreise am Sonntag.

Der Antrag auf Ferienregelung dient dem Kindeswohl und beugt insbesondere einer weiteren Entfremdung zwischen Sohn und Vater vor. Zum einen ist das Umgangsrecht als Recht des Kindes gemäß § 1684 BGB ausgestaltet. Hinzu tritt als korrespondierendes Elternrecht das Recht zum Umgang mit dem Kind, zurückgeführt auf Art. 6 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz. Beide Rechtspositionen erwachsen aus dem natürlichen Elternrecht und der damit verbundenen Elternverantwortung und müssen von den Eltern im Verhältnis zueinander respektiert werden. Der Elternteil, bei dem sich das Kind gewöhnlich aufhält, muss demgemäß grundsätzlich den persönlichen Umgang des Kindes mit dem anderen Elternteil ermöglichen und fördern. Das Umgangsrecht soll beiden Eltern ermöglichen, sich vom physischen und psychischen Befinden des Kindes und seiner Entwicklung fortlaufend zu überzeugen, die verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem Kind aufrecht zu erhalten, einer Entfremdung vorzubeugen und dem gegenseitigen Liebesbedürfnis Rechnung zu tragen.

Sachliche Gründe, die dem beantragten Umgangsrecht entgegenstehen könnten, sind nicht ersichtlich.

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Familienrecht

Wann sind Umgangsregelungen vollstreckbar?

Ob gerichtlich gebilligte Elternvereinbarung oder gerichtlicher Beschluss zur Ausübung des Umgangs, stets ist darauf zu achten, dass die Umgangsregelung am Ende einen vollstreckungsfähigen Inhalt aufweist, will man nicht nur einen "Papiertiger".

BGH, Beschluss vom 1. Februar 2012 - XII ZB 188/11

Leitsatz: "Die Vollstreckung eines Umgangstitels nach § 89 Abs. 1 FamFG durch > Festsetzung eines Ordnungsmittels gegen den betreuenden Elternteil setzt eine hinreichend bestimmte und konkrete Regelung des Umgangsrechts voraus. Dafür ist eine genaue und erschöpfende Bestimmung über Art, Ort und Zeit des Umgangs erforderlich. Nicht erforderlich sind hingegen detailliert bezeichnete Verpflichtungen des betreuenden Elternteils, etwa zum Bereithalten und Abholen des Kindes."


Links & Literatur

Links


Literatur