Scheidungsantrag

Startschuss zum Scheidungsverfahren



Scheidungsantrag
Was ist zu beachten?


»
Scheidung einreichen

Wenn Scheidungsantrag  eingereicht wird, hat dies rechtliche Folgen, über die man aufgeklärt sein sollte.
> Mehr


» Muster für Scheidungsantrag

Wie ein Scheidungsantrag ausssieht, erfahren Sie
> hier


Zustellung des Scheidungsantrags

Anwaltszwang


    Keine Scheidung ohne Anwalt. Das folgt aus § > 114 Abs.1 FamFG. Also muss den Scheidungsantrag (§ 124 FamFG) einen Rechtsanwalt beim zuständigen Familiengericht einreichen. Das Familiengericht wiederum stellt den Scheidungsantrag dem anderen Ehegatten (Antragsgegner/in) von Amts wegen zu. Wenn die Zustellung erfolgt ist, ist das > Scheidungsverfahren rechtshängig. Ob für dieses Verfahren nur ein Ehegatte anwaltlich verteten sein muss, oder beide Ehegatten, erfahren Sie 
    > hier

    Ehegatte nicht auffindbar - Wie wird zugestellt?


    OLG Hamm, Beschluss vom 22.11.2012 - 2 WF 157/12
    Voraussetzungen für öffentliche Zustellung des Scheidungsantrags

    Anmerkung: Das OLG Hamm hatte sich mit einem Fall zu beschäftigen, bei dem die Ehefrau behauptet hat, der Antragsgegner und Ehemann sein nach Russland unbekannten Aufenthalts verzogen. Das OLG Hamm musste sich hier mit den Voraussetzungen für eine öffentliche Zustellung des Scheidungsantrags nach § 185 Nr.1 ZPO auseinandersetzen.

    Ohne Schuss kein Jus


    Das Familiengericht stellt von Amts wegen den Scheidungsantrag der Gegenseite erst zu, wenn wenn dafür der erforderliche >  Gerichtskostenvorschuss bezahlt ist (§ > 14 FamGKG). Dafür wird eine Zahlungsaufforderung seitens der Landesjustizkasse erfolgen. Ausnahmen vom Kostenvorschuss für das Familiengericht sind in § > 15 FamGKG geregelt. Die häufigste Ausnahme ist der Fall, Sie bekommen > Verfahrenskostenhilfe. Meist ist zugleich an den Scheidungsanwalt ein Kostenvorschuss für die Vertretung im Scheidungsverfahren in Höhe der > voraussichtlichen Anwaltskosten (§ 9 RVG) zu leisten.

    • Weiterführende Links zu den Scheidungskosten:
      • Finanzierung der Scheidungskosten > Mehr
      • Scheidungskostenrechner > hier


    Scheidungsantrag bei Auslandsbezug

    Welches Gericht ist international zuständig?


    SCHEIDUNG
    mit internationalen Bezügen

    Haben die Ehegatten unterschiedliche oder haben sie keine deutsche Staatsangehörigkeit oder leben deutsche Ehegatten im Ausland, ist immer zu klären, ob deutsches Scheidungsrecht anzuwenden ist. Innerhalb der EU ist die Frage nach der sog. Rom III-VO zu klären (> Scheidungsreife & internationales Recht).

    Praxistipps zur Scheidung mit Auslandsbezug


    • Zustellung des Scheidungsantrags im Ausland?: In Fällen von Scheidungsanträgen, in denen ein Partner (wieder) im Ausland wohnt, kann das > Scheidungsverfahren mit Hilfe Benennung eines vorhandenen > Zustellungsbevollmächtigten beschleunigt werden. Zustellungsbevollmächtigt kann jede geschäftsfähige Person sein, z. B. Eltern, Geschwister, Freunde des Antragsgegners und als solche vom Antragsgegner benannt werden. Muss der Scheidungsantrag im Ausland zugestellt werden, richtet sich die Zustellung

    • Bei Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, sollte im Scheidungsantrag mitgeteilt werden, ob ein inländisches Familienstammbuch angelegt wurde, da dies für die Rechtskraftmitteilung der Scheidung relevant ist. Dies trifft insbesondere auf Parteien zu, die vor dem ausländischen Standesamt geheiratet haben.

    • Ausländische Heiratsurkunden sind stets in beglaubigter Übersetzung mit vorzulegen.

    • Im Scheidungsantrag sollten konkrete Angaben zum > Versorgungsausgleich gemacht werden. Bei Durchführung des Versorgungsausgleichs wäre es sinnvoll, wenn der im Ausland wohnende Beteiligte im Inland einen Ansprechpartner bzw. Zustellungsbevollmächtigten hätte. Vor allem wenn sich Lücken im Versicherungsverlauf ergeben, wird sich die Korrespondenz ansonsten schwierig, kosten- und zeitaufwändig gestalten und die Verfahrensdauer dementsprechend in die Länge ziehen.
      > Mehr


    Rechtsfolgen des Scheidungsantrags

    Die > Zustellung eines Scheidungsantrags hat vielfältige Auswirkungen und rechtliche Konsequenzen, die nicht einfach zu überblicken sind. Hierbei soll Ihnen die Checkliste-Scheidung eine Arbeitshilfe sein, damit Sie den optimalen Zeitpunkt zur Einreichung des Scheidungsantrags erkennen können. Die Auswirkungen sind hier nicht vollständig dargestellt. Taktische Überlegungen, können dazu führen einen Scheidungsantrag möglichst frühzeitig einzureichen oder aber den Scheidungsantrag zu verzögern. Zu beachten ist etwa, dass die rechtlichen Folgen bei einer sog. kurzen Ehe andere sind, als bei einer langen Ehe.

    Versorgungsausgleich


      Nach § 3 Abs.1 VersAusglG endet die Ehezeit zum Ende des Monats, in dem der Scheidungsantrag gestellt wird. War die Ehezeit nicht mehr als drei Jahre, so findet ein > Versorgungsausgleich nur auf Antrag (nicht von Amts wegen) statt § 3 Abs.3 VersausglG. Bei  kurzer Ehezeit kann die möglichst rechtzeitige Einreichung des Scheidungsantrags für den Versorgungsausgleich entscheidend sein. Die Frage, ob Wartezeiten für eine gesetzliche Rente oder Invaliditätsversorgung erfüllt sind, kann gegen die sofortige Einreichung eines Scheidungsantrags sprechen.

      • Wegweiser zum Versorgungsausgleich > hier

      Altersvorsorgeunterhalt und Krankenvorsorgebedarf


      • Mit Zustellung des Scheidungsantrags entsteht der Altersvorsorgeunterhalt. An diesen ist stets zusammen mit dem Scheidungsantrag zu denken.
        > Mehr
      • Mit Scheidung endet die beitragsfeie Familienmitversicherung zur Krankenversicherung. Insoweit ist im Scheidungsverfahren daran zu denken, ob ein Krankenvorsorgebedarf besteht.
        > Mehr

      Zugewinnausgleich


      Die Zustellung des Scheidungsantrags löst > Auskunftspflichten zum Vermögensbestand der Ehegatten zum Zustellungsdatum aus (§ > 1379 Abs.1 BGB). Mit Zustellung des Scheidungsantrags wird der Stichtag zur Feststellung des Endvermögens markiert, der für den Zugewinnausgleich maßgebend ist (§ > 1384 BGB). Bei der Bewertung von Vermögensgegenständen können nun latente Steuerlasten zu berücksichtigen sein, wenn zum Zeitpunkt des Scheidungsantrags die Steuerfristen noch nicht abgelaufen sind. 

      • Weiterführende Links:
        • Zugewinnausgleichsverfahren > hier
        • Vermögenswerte mit latenter Steuerlast > hier

      Folgesachen


      Mit dem Scheidungsantrag muss nicht, doch kann eine Folgesache bei Gericht anhängig gemacht werden. Die Frist zur Geltendmachung von Folgesachen endet i.d.R. zwei Wochen vor Scheidungstermin (§ 137 Abs.2 S.1 FamFG).

      • Wegweiser zu den Folgesachen > hier

      Gemeinsame Immobilie und Ehewohnung


      • Bei > gemeinsamer Immobilie ist jetzt daran zu denken, wie diese auseinandergesetzt werden kann. Ist nun eine Teilungsversteigerung möglich?
        > Mehr
      • Will ein Ehegatte weiterhin in der ehemaligen Ehewohnung verbleiben, so ist jetzt für die Zeit nach der Scheidung an ein Verfahren zur Sicherung der weiteren Nutzung zu denken
        Mehr
      Copyright © familienrecht-ratgeber.com, Dr. jur. Jörg Schröck - Alle Rechte vorbehalten.
      Wir nutzen Cookies. Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung.