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Kindesunterhalt

für volljährige Kinder

Standort: Startseite > Infothek > Unterhaltsrecht  > Unterhaltsansprüche > KindesunterhaltPrüfungsschema > Kindesunterhalt für volljähriger Kinder > Ausbildungsunterhalt > Unterhalt für Studenten > Unterhaltsverfahren ab Volljährigkeit > Unterhaltsabänderungsverfahren

WEGWEISER
Unterhalt für volljährige Kinder
Es ändert sich so gut wie alles: Sowohl der Inhalt des > Unterhaltsanspruchs als auch das > Verfahren zur Durchsetzung des Kindesunterhalts. Es gibt jede Menge Fragen für alle Betroffenen (Kind und Eltern). Hier finden Sie die Antworten.
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Autor
: Dr. Schröck - Kanzlei für Familienrecht


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Wegweiser zum Kindesunterhalt ab Volljährigkeit

FAQ zum Kindesunterhalt ab Volljährigkeit

Links & Literatur


Unterhaltsanspruch ab Volljährigkeit

Prüfungsschema

PRÜFUNGSSCHEMA
zum Kindesunterhalt Wir berechnen für Sie den Volljährigenunterhalt professionell (-> HIER ...). Sie wollen den Kindesunterhalt selbst ermitteln? Dafür benötigen Sie ein Prüfungsraster (-> HIER ...).


♦ Anspruchsgrundlage - § 1601 BGB

VERWANDTSCHAFTSVERHÄLTNIS
Die Basis des Unterhaltsanspruchs nach § 1601 BGB ...

Das -> Alter des Kindes spielt für den Unterhaltsanspruch  keine Rolle; allein das -> Verwandtschaftsverhältnis, d.h. das  -> Abstammungsverhältnis  (§ 1589 Abs.1 S.1 BGB) zwischen Eltern und Kind entscheidet darüber, ob ein Unterhaltsanspruch nach § -> 1601 BGB besteht oder nicht (mehr dazu -> HIER ...). In Extremfällen können Eltern lebenslänglich zum Unterhalt ihrer volljährigen Kinder verpflichtet sein (Hinweis: zum möglichen Vorrang alternativer Unterhaltsansprüche -> HIER ...).  Mit Vollendung des 18. Lebensjahres wird das Kind voll geschäftsfähig (§ -> 106 BGB). Das -> Sorgerecht der Eltern  entfällt. Doch ändert die Volljährigkeit des Kindes2 BGB) nichts an der familiären Beziehung zwischen Eltern und Kind (= Abstammung).  

♦ Steigende Eigenverantwortung und Kindesunterhalt: 18 - 21 oder älter? ...

DAS PRIVILEGIERT VOLLJÄHRIGE KIND
Unter 21 ♦ Allgemeine Schulausbildung ♦ Wohnen bei den Eltern ...

Nach Erreichen der Volljährigkeit leben viele Kinder noch bei ihren Eltern oder bei einem Elternteil. Sie befinden sich noch in -> allgemeiner Schulausbildung. Abgesehen von der Tatsache, dass sie nun als voll geschäftsfähig gelten, hat sich noch keine Eigenverantwortung beim Kind entwickelt. Der Gesetzgeber reagiert auf diese Gegebenheit und stellt solche Kinder in wesentlichen Bereichen den minderjährigen Kindern gleich: man spricht von -> privilegiert volljährigen Kindern im Sinne des § -> 1603 Abs.1 S.2 BGB. Für die Gruppe solcher Kinder - die nicht älter als 21 Jahre sein dürfen - gelten besondere Regeln:

♦ Grundsätze für privilegiert volljährige Kinder:

♦ Grundsätze für nicht privilegiert volljährige Kinder:

♦ Das behinderte volljährige Kind:

♦ Die Haftung beider Elternteile

ANTEILIGE HAFTUNG
der Eltern ...
Der Grundsatz der -> Gleichwertigkeit von Barunterhalt und Naturalunterhalt für das Kind spielt keine Rolle mehr. Ab Volljährigkeit haften beide Elternteile -> anteilig und ausschließlich auf -> Barunterhalt für das Kind. Für den bisher allein barunterhaltspflichtigen Elternteil bedeutet dies meist eine Verringerung der Unterhaltsverpflichtung und Anlass, jetzt tätig zu werden (-> Abänderungsverfahren der Eltern).

Unterhaltsbedarf: Wie hoch ist der Unterhaltsanspruch?

BEDARFSERMITTLUNG
wenn das Kind volljährig ist ...

Bei der -> Bedarfsermittlung - wenn es also um die Höhe des Unterhaltsanspruchs geht - zeigen sich nun die gravierendsten -> Veränderung gegenüber dem Unterhalt für -> minderjährige Kinder. Grund dafür ist die nun geltende -> anteilige Haftung bei der Eltern für den Barunterhalt des Kindes. Je nachdem welche -> Lebensstellung vorhanden ist, d.h. ob das volljährige Kind noch bei einem Elternteil lebt, ausgezogen ist oder welches Einkommen beide Eltern besitzen, kommen unterschiedliche -> Bedarfsermittlungsmethoden zur Anwendung:

Bedarfermittlungsmethoden:

Berechnungsbeispiele:


Ausbildungsbedarf vs. Erwerbsobliegenheit des Kindes

AUSBILDUNGSUNTERHALT
für volljährige Kinder ...
Die Eltern schulden ihren Kindern nicht nur die Finanzierung der -> allgemeinen Schulausbildung, sondern auch eine "angemessene Vorbildung zu einem Beruf" (= Ausbildungsanspruch gem. § -> 1610 Abs.2 BGB).


♦ Ab welchem Stichtag greift der Volljährigenunterhalt?

Die Veränderungen im Unterhaltsanspruch des Kindes treten mit dem Tag der Volljährigkeit ein; nicht erst Ende des Monats, in dem das Kind 18 Jahre alt wird. § -> 1612a Abs.3 BGB bezieht sich nur auf den -> Minderjährigenunterhalt. Der -> Volljährigenunterhalt beginnt also mit dem 18. Geburtstag des Kindes und nicht erst am Ersten des Monats, in den der Geburtstag fällt oder gar erst am Ersten des folgenden Monats. Der Unterhalt  bis zum Tage der Volljährigkeit ist in der Weise zu berechnen, dass die monatliche Unterhaltsrente mit dem Kalendertag multipliziert und durch die Anzahl der Tage im Monat dividiert wird (BGH, Urteil v. 24.02.1988 - IVb ZR 3/87; Erdrich, Praxishandbuch FamR, Nov. 2017, Teil I, -> Rn 173).

♦ Das Konkurrenzverhältnis zu alternativen Unterhaltsansprüchen

VORRANG
alternativer Unterhaltsansprüche ...

Gerade bei volljährigen Kindern können sich alternative Unterhaltsansprüche gegen weitere unterhaltspflichtige Personen einstellen. Wenn das volljährige Kind heiratet oder ein eigenes Kind zu versorgen hat, tritt der Volljährigenunterhalt in ein Konkurrenzverhältnis zum Anspruch auf -> Ehegattenunterhalt oder -> Betreuungsunterhalt nach § 1615l BGB (z.B. Studentin wird schwanger). Wie das Gesetz diese Konkurrenzen löst und wann alternative Unterhaltsansprüche dem Volljährigenunterhalt vorgehen, erfahren Sie -> HIER ...

Vermögenseinsatz des volljährigen Kindes!

VERMÖGENSEINSATZ
volljähriger Kinder
Solange ein Kind minderjährig ist, muss es sein vorhandenes Vermögen grundsätzlich nicht zur Deckung seines Unterhaltsbedarfs verbrauchen (-> Schonvermögen des minderjährigen Kindes ). Das ändert sich ab Volljährigkeit! Mehr dazu -> HIER...

♦ Achtung: Verjährung & Verwirkung!

UNTERHALTSRÜCKSTAND
kann verloren gehen ...

-> Unterhaltsrückstände -> verjähren in drei Jahren (§§ -> 195, 197 Abs.2 BGB). Anders als beim Kindesunterhalt für Minderjährige müssen volljährige Kinder nun beachten, dass die -> Verjährung ihrer offenen und rückständigen Unterhaltsansprüche ab Vollendung des 21. Lebensjahres nicht mehr -> gehemmt ist (§ -> 207 Abs.1 Nr.2 b BGB).

VERWIRKUNG
wenn die Unterhaltsforderung "grob unbillig" wird ...

Solange das -> Kind minderjährig war, wurde es gesetzlich (§ -> 1611 Abs.2 BGB) gegen mögliche Verwirkung des Unterhaltsanspruchs geschützt. Ab Volljährigkeit haben Kinder wegen § -> 1611 Abs.1 BGB darauf zu achten, dass Ihnen nicht der Entzug des Unterhaltsanspruchs wegen -> illoyalem Verhalten gegenüber den unterhaltspflichtigen Eltern droht. Mehr dazu erfahren Sie -> HIER...

Hinweis: Das Verwirkungsverbot bei -> minderjährigen Kindern nach § 1611 Abs.2 BGB bezieht sich auf die Verwirkung wegen -> illoyalem Verhalten, aber nicht auf die Verwirkung wegen unterlassener Rechtsverfolgung rückständiger und titulierter Unterhaltsansprüche (-> Verwirkung wegen Zeitablauf). Die Verwirkung wegen Zeitablauf greift auch beim -> rückständigen Unterhalt für volljährige Kinder (mehr dazu -> HIER...).

♦ Rechtsprechung

Natürlich gibt es eine Flut von Rechtsprechung zum Volljährigenunterhalt. Auf Beispiele aus der höchstrichterlichen Rechtsprechung mit grundsätzlicher Bedeutung möchten wir hier hinweisen. Weitere Rechtsprechungsbeispiele finden Sie an passender Stelle auf unseren Internet-Seiten:


Veränderungen im Unterhaltsverfahren

UNTERHALTSVERFAHREN
zwischen Eltern und ihren volljährigen Kindern ...

Ab 18 ist das Kind voll -> geschäftsfähig. Die gesetzliche Vertretung des Kindes durch die Eltern oder einen Elternteil findet mit Wegfall des -> Sorgerechts sein Ende. Das hat Konsequenzen für die Spielregeln im -> Unterhaltsverfahren zwischen den volljährigen Kindern und ihren Eltern. Die Zeiten, in denen sich ein Elternteil um die Realisierung des Unterhaltsanspruch des Kindes gekümmert hat bzw. kümmern musste (-> Klagebefugnis), sind vorbei. Der Anspruch des Kindes auf Naturalunterhalt entfällt (mehr dazu -> HIER...). Alle Beteiligten müssen realisieren, dass nun beide Elternteile auf Barunterhalt haften (-> HIER...; Berechnungsbeispiel -> HIER...). Die veränderte Rechtslage führt zu neuen verfahrensrechtlichen Herausforderungen auf allen Seiten.

Was haben Eltern und Kinder jetzt zu tun?

Thema "Auskunft":
Thema "Unterhaltstitel aus Zeiten der Minderjährigkeit (-> Alt-Titel)":

Problemlage Auskunft

AUSKUNFT
bei Unterhalt für volljährige Kinder
Ein nicht ganz einfach zu lösendes Problem ist die Beschaffung der erforderlichen Auskünfte zur Ermittlung des Volljährigenunterhalts. Das unterhaltsrelevante Einkommen und Vermögen beider Elternteile und des volljährigen Kindes müssen bekannt sein. Doch wer schuldet in diesem Dreiecksverhältnis wem die notwendigen Auskünfte und Belege? Die Unwissenheit über die Rechtslage zur Auskunft kann sich als absoluter "Hemmschuh" zur Durchsetzung des Kindesunterhalts entpuppen. Folgende Grundsätze sind zu beachten:

Problemlage für die Eltern

-> Unterhaltstitel zu Gunsten des Kindes, die aus der Zeit der Minderjährigkeit stammen (sog. -> Alt-Titel), verlieren ab Volljährigkeit nicht Ihre -> Vollstreckbarkeit.  Nicht selten werden von volljährigen Kindern die Vollstreckung aus (Alt-)Titeln weiter betrieben, obwohl sich die Rechtslage zu Gunsten des Unterhaltsschuldners komplett verändert hat. Werden ohne besondere Maßnahmen überhöhte Unterhaltsleistungen auf "falsche" (Alt-)Titel bezahlt, können diese nicht -> zurückgefordert werden. Was ist dagegen zu tun?
> MehrGrundsätzlich wird ein > familienrechtlicher Ausgleichsanspruch zwischen den Eltern bei > anteiliger Haftung für den Unterhalt des volljährigen Kindes anerkannt, wenn ein Elternteil (überobligatorisch) allein für den Unterhalt eines gemeinsamen ehelichen Kindes aufgekommen ist, obwohl auch der andere dem Kind unterhaltspflichtig war. Der Ausgleichsanspruch ergibt sich aus der Notwendigkeit, die Unterhaltslast im Verhältnis zwischen den Eltern entsprechend ihrem Leistungsvermögen gerecht zu verteilen (vgl. OLG Köln, Urteil vom 14.08.1998 - 4 UF 251/87;  BGH NJW 1988, 1720; BGH NJW 1989, 2817). Um diesen Ausgleichsanspruch geltend zu machen, kann ein > Auskunftsanspruch zwischen den haftenden Eltern erforderlich sein, um einen familienrechtlichen Ausgleichsanspruch zu berechnen (BGH, Beschluss vom 17. April 2013 -XII ZB 329/12, Rn 8)
> Mehr


Problemlage für das volljährige Kind

UNTERHALTSVERFAHREN
des volljährigen Kindes

Mit Volljährigkeit wird das Kind voll geschäftsfähig. Sämtliche Verfahren zum Kindesunterhalt können nicht mehr durch einen Elternteil betrieben werden. Das Kind muss sich nun selbst um seinen Unterhaltsanspruch kümmern (-> Klagebefugnis des volljährigen Kindes). Auch die Hemmschwellen für eine Klage gegen die Eltern sind anders.


Links & Literatur

Links


Literatur


In eigener Sache ...