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Kindesunterhalt | für volljährige Kinder


Kindesunterhalt

für volljährige Kinder

Standort: Kanzlei für Familienrecht > Infothek > Leitfaden zum Unterhalt  > Kindesunterhalt > Unterhalt für volljährige Kinder > anteilige Haftung der Eltern


Kindesunterhalt ab 18
Was ändert sich?


» Höhe und Ermittlung des Anspruchs

Es ändert sich so gut wie Alles: Sowohl die Bemessungsgrundlagen, die Höhe des  Unterhaltsanspruchs als auch die Haftungsanteile der Eltern. Das Prüfungsschema zum Unterhalt für volljährige Kinder finden Sie
> hier

» Unterhaltsverfahren: Kind gegen Eltern

Mit Volljährigkeit endet das Sorgerecht der Eltern. Deshalb müssen volljährige Kinder ihren Unterhaltsanspruch selbständig und eigenverantwortlich geltend machen. Sie können sich nicht mehr durch einen klagebefugten Elternteil vertreten lassen.
> Mehr



Autor
: Dr. Schröck - Kanzlei für Familienrecht

Wegweiser zum Kindesunterhalt ab Volljährigkeit

Studium und UnterhaltRechtsprechungUnterhaltsverfahren

FAQ zum Kindesunterhalt ab Volljährigkeit

Links & Literatur


Unterhaltsanspruch ab Volljährigkeit


Endet der Kindesunterhalt mit Volljährigkeit?

Grundlage für Kindesunterhalt ist die > Abstammung des Kindes von seinen Eltern (§ 1589 Abs.1 S.1 BGB > Mehr). Die Anspruchsgrundlage für Kindesunterhalt (§ > 1601 BGB) stellt einzig und allein auf > Verwandtschaftsverhältnis zwischen Kind und Eltern ab und nicht auf das Alter. In Extremfällen können Eltern lebenslänglich zum Unterhalt ihrer volljährigen Kinder verpflichtet sein (> hier).


Wann beginnt der Volljährigenunterhalt?

Die Veränderungen im Unterhaltsanspruch des Kindes treten mit dem Tag der Volljährigkeit ein; nicht erst Ende des Monats, in dem das Kind 18 Jahre alt wird. § > 1612a Abs.3 BGB bezieht sich nur auf den > Minderjährigenunterhalt. Der Volljährigenunterhalt beginnt also mit dem 18. Geburtstag des Kindes und nicht erst am Ersten des Monats, in den der Geburtstag fällt oder gar erst am Ersten des folgenden Monats. Der Unterhalt  bis zum Tage der Volljährigkeit ist in der Weise zu berechnen, dass die monatliche Unterhaltsrente mit dem Kalendertag multipliziert und durch die Anzahl der Tage im Monat dividiert wird (BGH, Urteil v. 24.02.1988 - IVb ZR 3/87; Erdrich, Praxishandbuch FamR, Nov. 2017, Teil I, > Rn 173).


Die wachsende Eigenverantwortung


Das privilegiert volljährige Kind (§ 1603 Abs.2 S.2 BGB)

Nach Erreichen der Volljährigkeit leben viele Kinder noch bei ihren Eltern oder bei einem Elternteil. Sie befinden sich noch in > allgemeiner Schulausbildung. Abgesehen von der Tatsache, dass sie nun als voll geschäftsfähig gelten, hat sich noch keine Eigenverantwortung beim Kind entwickelt. Der Gesetzgeber reagiert auf diese Gegebenheit und stellt solche Kinder in wesentlichen Bereichen den minderjährigen Kindern gleich: man spricht von > privilegiert volljährigen Kindern im Sinne des § > 1603 Abs.1 S.2 BGB. Für die Gruppe solcher Kinder - die nicht älter als 21 Jahre sein dürfen - gelten besondere Regeln:

Nicht privilegiert volljähriges Kind

Das behinderte volljährige Kind


Prüfungsschema zum Volljährigenunterhalt?

Wenn Sie den Anspruch des volljährigen Kindes auf Unterhalt ermitteln wollen, benötigen Sie dafür das richtige > Prüfungsraster. Es gilt das gleiche > Prüfungsschema mit seinen sechs Prüfungsebenen wie beim Unterhalt für minderjährige Kinder. Welches Datenmaterial zur Anspruchsprüfung in der Praxis erforderlich ist, erfahren Sie > hier. Nachfolgend zeigen wir die Besonderheiten auf den jeweiligen Prüfungsebenen, die ab Volljährigkeit zu beachten sind:

1. Anspruchsgrundlage

2. Unterhaltsbedarf

BEDARFSERMITTLUNG
wenn das Kind volljährig ist ...

Bei der > Bedarfsermittlung - wenn es also um die Höhe des Unterhaltsanspruchs geht - zeigen sich nun die gravierendsten > Veränderung gegenüber dem Unterhalt für > minderjährige Kinder. Grund dafür ist die nun geltende > anteilige Haftung bei der Eltern für den Barunterhalt des Kindes. Je nachdem welche > Lebensstellung vorhanden ist, d.h. ob das volljährige Kind noch bei einem Elternteil lebt, ausgezogen ist oder welches Einkommen beide Eltern besitzen, kommen unterschiedliche > Bedarfsermittlungsmethoden zur Anwendung:

Bedarfsermittlungsmethoden:

Berechnungsbeispiele:


Ausbildungsbedarf

AUSBILDUNGSUNTERHALT
für volljährige Kinder
Die Eltern schulden ihren Kindern nicht nur die Finanzierung der > allgemeinen Schulausbildung, sondern auch eine "angemessene Vorbildung zu einem Beruf" (= Ausbildungsanspruch gem. § > 1610 Abs.2 BGB). Der > Ausbildungsbedarf des Kindes und damit die Pflicht der Eltern zur > Ausbildungsfinanzierung endet erst mit Abschluss einer berufsqualifizierenden Ausbildung. Das gilt auch über das Erreichen der Volljährigkeit hinaus. Dieser (Beruf-)Ausbildungsanspruch ist Hauptgrund dafür, warum volljährige Kinder nicht > arbeiten müssen, bis sie eine Berufsqualifikation erreicht haben. Der Ausbildungsanspruch besteht nicht grenzenlos, wie Beispiele aus der Rechtsprechung zum Bummelstudium oder Ausbildungsabbruch zeigen.
> Mehr


3. Unterhaltsbedarfsbedürftig

WEGWEISER
zur Unterhaltsbedürftigkeit

Unterhaltsberechtigt ist nur, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten (§ > 1602 BGB). Das gilt auch für volljährige Kinder.


4. Anspruchsbegrenzung

BRENZUNG
wegen illoyalem Verhalten gegenüber den Eltern



5. Haftung beider Elternteile für Barunterhalt

Der Grundsatz der > Gleichwertigkeit von Barunterhalt und Naturalunterhalt für das Kind spielt keine Rolle mehr. Ab Volljährigkeit haften beide Elternteile > anteilig und ausschließlich auf > Barunterhalt für das Kind. Für den bisher allein barunterhaltspflichtigen Elternteil bedeutet dies meist eine Verringerung der Unterhaltsverpflichtung und Anlass, jetzt tätig zu werden (> Abänderungsverfahren der Eltern).


Rechtsprechung

Natürlich gibt es eine Flut von Rechtsprechung zum Volljährigenunterhalt. Auf Beispiele aus der höchstrichterlichen Rechtsprechung mit grundsätzlicher Bedeutung möchten wir hier hinweisen. Weitere Rechtsprechungsbeispiele finden Sie an passender Stelle auf unseren Internetseiten:


Veränderungen im Unterhaltsverfahren

Ab 18 ist das Kind voll > geschäftsfähig. Die gesetzliche Vertretung des Kindes durch die Eltern oder einen Elternteil findet mit Wegfall des > Sorgerechts sein Ende. Das hat Konsequenzen für die Spielregeln im > Unterhaltsverfahren zwischen den volljährigen Kindern und ihren Eltern. Die Zeiten, in denen sich ein Elternteil um die Realisierung des Unterhaltsanspruch des Kindes gekümmert hat bzw. kümmern musste (> Klagebefugnis), sind vorbei. Der Anspruch des Kindes auf Naturalunterhalt entfällt (> Mehr). Alle Beteiligten müssen realisieren, dass nun beide Elternteile auf Barunterhalt haften (> Mehr; Berechnungsbeispiel > hier). Die veränderte Rechtslage führt zu neuen verfahrensrechtlichen Herausforderungen auf allen Seiten.
> Mehr


Was haben Eltern und Kinder jetzt zu beachten?

Höhe des Kindesunterhalts

Auskunft

Unterhaltstitel aus Zeiten der Minderjährigkeit

Neue Spielregeln im Unterhaltsverfahren

Vor Volljährigkeit angelaufene Unterhaltsverfahren

Unterhaltszahlung an volljährige Kinder

Häufig wird gefragt, ob der > Barunterhalt für das nun volljährige Kind immer noch zu Händen des bisherigen Elternteils zu bezahlen ist. Antwort: grundsätzlich nein; Eltern haben kein Sorge- und damit kein  Vertretungsrecht mehr in Bezug auf die persönlichen Angelegenheiten des Kindes. Eine gesetzliche Vertretung des Kindes mit (automatischer) Geldempfangsvollmacht eines Elternteils (§ > 1612 Abs.2 S.2 BGB) gibt es nicht mehr. Beide Elternteile haben entsprechend Ihrer > Haftungsquoten den Unterhalt mit schuldbefreiender Wirkung (per Banküberweisung oder Barzahlung gegen Quittung) direkt an das Kind zu bezahlen. An einen Elternteil kann nur dann schuldbefreiend zu Gunsten des volljährigen Kindes gezahlt werden, wenn der Elternteil eine vom volljährigen Kind ausdrücklich bestätigte Geldempfangsvollmacht vorweisen kann. Gibt es Alternativen zur monatlichen Geldrente?
> Mehr


Problemlagen bei Auskunft

AUSKUNFT
bei Unterhalt für volljährige Kinder
Ein nicht ganz einfach zu lösendes Problem ist die Beschaffung der erforderlichen Auskünfte zur Ermittlung des Volljährigenunterhalts. Das unterhaltsrelevante Einkommen und Vermögen beider Elternteile und des volljährigen Kindes muss bekannt sein. Doch wer schuldet in diesem Dreiecksverhältnis wem die notwendigen Auskünfte und Belege? Die Unwissenheit über die Rechtslage zur Auskunft kann sich als absoluter "Hemmschuh" zur Durchsetzung des Kindesunterhalts entpuppen. Folgende Grundsätze sind zu beachten:


Auskunftsanspruch des volljährigen Kindes

Das volljährige Kind ist auf Auskunft zum unterhaltsrelevanten Einkommen und Vermögen beider Eltern angewiesen, um seinen Unterhaltsanspruch darlegen und > beweisen zu können. Will das volljährige Kind Unterhalt gegen einen Elternteil geltend machen, muss es dem in Anspruch genommenen Elternteil das Einkommen des anderen Elternteils mitteilen, denn beide Eltern haften ab Volljährigkeit für den Kindesunterhalt nur > anteilig. Ohne Kenntnis des (Gesamt-)Einkommens beider Eltern kann das volljährige Kind seinen Unterhaltsbedarf nicht > schlüssig darlegen (Ausnahme: Unterhaltsermittlung erfolgt > konkret oder Kind hat > eigene Lebensstellung erreicht). Ein Auskunftsanspruch des Kindes gegen seine Eltern ergibt sich aus § > 1605 BGB.
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Auskunftsansprüche der Eltern untereinander

Will ein Elternteil seine -> Haftungsquote im Verhältnis zum anderen Elternteil ermitteln oder prüfen, ist er auf Auskunft über das Einkommen und Vermögen des anderen Elternteils angewiesen. Doch kann dafür der eine Elternteil direkt vom anderen Elternteil > Auskunft verlangen? Ein solcher Auskunftsanspruch gegen den anderen Elternteil ist für ein > Unterhaltsabänderungsverfahrens mit dem volljährigen Kind meist nicht erforderlich. Denn hier ist es Aufgabe des volljährigen Kindes zum > unterhaltsrelevanten Einkommen und Vermögen des anderen Elternteils > vorzutragen.  Nur ausnahmsweise, wenn ein Elternteil gegen den anderen Elternteil einen familienrechtlichen Ausgleichsanspruch geltend machen will und dafür auf Auskunft zum Einkommen des anderen Elternteils angewiesen ist, kommt ein direkter Auskunftsanspruch im Verhältnis zwischen den Eltern in Betracht.
> Mehr.


Problemlage für die Eltern


Problemlage für das volljährige Kind

Mit Volljährigkeit wird das Kind voll geschäftsfähig. Sämtliche Verfahren zum Kindesunterhalt können nicht mehr durch einen Elternteil betrieben werden. Das Kind muss sich nun selbst um seinen Unterhaltsanspruch kümmern (> Klagebefugnis des volljährigen Kindes). Auch die Hemmschwellen für eine Klage gegen die Eltern sind anders.


Links & Literatur

Links


Literatur


In eigener Sache