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Das gerichtliche Verfahren

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Wer den > Zugewinnausgleichsanspruch nach § 1378 BGB gerichtlich durchsetzen will, muss dazu ein Verfahren in einer Güterrechtssache (§§ 261 FamFG) anstreben. Güterrechtssachen zählen wiederum den sog. Familienstreitsachen (§ > 112 Ziff. 2 FamFG). Das bedeutet dass wesentliche Verfahrensregeln sich aus der > ZPO ( Verfahrensvorschriften für allgemeine Zivilverfahren) ergeben. Die Einstieg in die ZPO regelt § > 113 Abs.1 FamFG.

Autor: Dr. Schröck - Kanzlei für Familienrecht


Wegweiser
zum Zugewinnausgleichsverfahren

Links & Literatur


Zugewinnausgleichsverfahren - Eine "never ending story"?

Zugewinnausgleichsverfahren sind von einer hohen Komplexität und  anderen langen Verfahrensdauer geprägt. Es braucht seine Zeit, bis die Beteiligten ihre > Auskunftsflichten zum Bestand Ihres Vermögens an den maßgeblichen Stichtagen ordnungsgemäß erfüllt haben.  In der Praxis kann die Erstellung der Vermögensbilanzen z.T. erhebliche Probleme und Kopfzerbrechen bereiten: Zum einen kann der (wahre) Vermögensbestand zum exakten Stichtag sich schwer zu ermitteln sein; keine Ehegatte neigt dazu sich im Zugewinnverfahren sich als besonders "reich" dazustellen; da kann schon mal was "vergessen" werden. Oder ein Ehegatte hat schlicht keine  Ahnung vom Vermögensbestand des anderen Ehegatten. Hier muss hier hilft dann das Wissen um die > Auskunftsansprüche und deren Durchsetzung so wie die Regeln der > Beweislastverteilung weiter. Oft wird daraufhin vom anderen Ehegatten vorgehalten, das Vermögensverzeichnis sei nicht vollständig oder leide an einem sonstigen(Form-)Mangel. Wer hier der Gegenseite nicht traut, wird evtl. ein > (Zwischen-)Verfahren zur > Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung. Damit soll die Gegenseite zur > Wahrheit angehalten werden. Allein die Auskunftsstufe kann Jahre dauern. Hinzu kommen verfahrensrechtliche Fallstricke, die ein Stufenantragsverfahren mit sich bringt. Und dann ist immer noch die Frage offen: "Was ist ein Vermögensgegenstand zum Stichtag tatsächlich wert?"

Um nicht im Sumpf von Streitigkeiten zu ersticken, ist fachlich qualifizierte > Beratung zum taktischen Vorgehen im Güterrechtsverfahren sehr wichtig. Wer hier im > Scheidungsverfahren ein Streitpotential hat, den erwartet u.U. ein Zugewinnausgleichsverfahren mit  aufwendigen (kostspieligen) Gutachten zu Immobilien- oder > Unternehmenswerten. Wer will, kann u.U. über den Wertansatz eines antiken Bauernschranks in der Vermögensbilanz heftig streiten und ein Scheidungsverfahren zu einer "never ending story" machen. Wer das nicht will, sollte  - wenn möglich - eine > einvernehmliche Scheidung anstreben oder gut überlegen, ob das Zugewinnverfahren im > Scheidungsverbund oder in einem isolierten Verfahren betreiben werden soll. Beide Verfahrensvarianten haben Ihre > Vor- und Nachteile


Prozessrisiken & Beweislastverteilung

ZUGEWINNVERFAHREN
Die Beweislastverteilung

Die Einschätzung des Prozessrisikos ist bei Zugewinnausgleichsverfahren besonders wichtig, da es meist um hohe Gegenstandswerte geht. Meist neigen die Beteiligten dazu, ihre eigenen Vermögenswerte zu verschweigen. Der Erfolg vor Gericht hängt maßgebend von der Kenntnis der Beweislastregeln ab.
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Ausgleich fordern - Im Scheidungsverbund oder isoliert?

SCHEIDUNGSVERFAHREN
Schnell oder im Verbund

Viele machen sich in der Verfahrenspraxis kaum Gedanken, welche Verfahrensart für die Zugewinnausgleichsforderung besser ist: Im > Scheidungsverbund oder in einem isolierten Verfahren? Doch wegen der Masse an Streitpotential, die ein Zugewinnverfahren bietet, ist im Rahmen eines > Scheidungsverfahrens gut zu überlegen, ob der Zugewinnausgleich im Scheidungsverbund oder in einem isolierten Verfahren gefordert wird. Das hängt selbstverständlich davon ab, welches Interesse man vetritt bzw. verfolgt. Die möglichen Verfahrensvarianten zeigen erhebliche Unterschiede in Bezug auf

Im Zweifel ist - entgegen der gängigen Praxis - ist ein Vorgehen zum Zugewinnausgleichsanspruch im Verbund nicht angebracht. Meist werden die Vorteile eines isolierten Verfahrens die Nachteile des Verbundverfahrens überwiegen. Kogel bezeichnet den "Zugewinn im Verbund" als juristisches "Bermudadreieck" (Kogel, in: FF 2018, 146ff). Stellt sich im laufenden Scheidungsverfahren heraus, dass das Zugewinnverfahren die Scheidung zu einer lästigen "never ending story" werden lässt, sollte die (weitgehend unbekannten) Möglichkeiten des Wechsels zum isolierten Zugewinnverfahren kennen. Vielfach wird in der Praxis von den Gerichten einem > Abtrennungsantrag nicht stattgegeben. Damit erscheint eine Lösung des Zugewinnverfahrens aus der Klammer der Verbundes nicht möglich. Doch weit gefehlt ...


Wechsel vom Scheidungsverbund zum isolierten Verfahren

SCHEIDUNGSVERFAHREN
Schnell oder im Verbund

Im laufenden Scheidungsverbundverfahren kann sich herausstellen, dass ein isoliertes Verfahren für den Zugewinnausgleich > vorteilhafter wäre. Dies führt zu der Frage ob ein Wechsel der Verfahrensart möglich ist?

1. Antrag zur Abtrennung des Zugewinnverfahrens?
Die Chancen für einen erfolgreichen Abtrennungsantrag sind in der Praxis eher gering einzustufen.
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2. Rücknahme des Folgesacheantrags?
Als strategischer Weg bietet sich die Rücknahme des Folgesacheantrags "Zugewinnausgleich" im Verbundverfahren mit anschließend neuem Zugewinausgleichs-Antrag im isolierten Verfahren an.

3. Antrag auf vorzeitigen Zugewinnausgleich?

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auf vorzeitige Aufhebung der Zugewinngemeinschaft

Nach § 1385 Nr.1 BGB lässt der Gesetzgeber einen vorzeitigen Zugewinnausgleich (d.h. vor Rechtskraft der Scheidung) zu. Die möglichen Varianten (Voraussetzungen) für einen vorzeitigen Ausgleich sind in § > 1385 Ziff. 1. bis 4. BGB aufgeführt. Leben die Ehegatten bereits seit -> mindestend drei Jahren getrennt (§ 1385 Ziff.1 BGB), ist der vorzeitige Zugewinnausgleich ohne weiteres möglich. Ein Antrag auf vorzeitigen Zugewinnausgleich kann kein Folgesacheantrag sein, weil der Zugewinnausgleich eben nicht für den Fall der Scheidung, sondern bereits für die Zeit davor beantragt wird (Brudermüller, in: Palandt, 76. Aufl. §§ 1385/1386 BGB Rn 9). Der Antrag eröffnet ein isolierten Verfahren und kann nicht zu einem Aktenzeichen des Verbundverfahrens gestellt werden. Folge davon ist: das Gericht muss - und nicht wie "kann" (wie z.B. bei Abtrennungsantrag nach § 140 FamFG) - das Zugewinnverfahren vom Scheidungsverbundverfahren abtrennen. Dabei entstehende Verfahrenskostennachteile können verhindert werden, wenn vorab die Gegenseite aufgefordert wird, der Durchführung des vorzeitigen Zugewinnausgleichs per notarieller Urkunde oder alternativ in einem gerichtlichen Zwischenvergleich zur Ehesache das Einverständnis zu erklären.

BGH, Beschluss vom 26.06.2019 - XII ZB 299/18
Wechsel zum vorzeitigen Zugewinnausgleich

Leitsatz: Vorzeitiger Zugewinnausgleich gemäß §1385 BGB und Zugewinnausgleich nach der Ehescheidung sind verschiedene Streitgegenstände. Die gerichtliche Antragserhebung bezüglich eines dieser Ansprüche führt nicht zur Hemmung der Verjährung auch des anderen (Abgrenzung zu BGH Urteil vom 24.Mai 2012 -IXZR168/11- FamRZ 2012, 1296). Zum Wechsel vom Anspruch auf Zugewinnausgleich nach der Scheidung zum Anspruch auf vorzeitigen Zugewinnausgleich bedarf es - wie auch im umgekehrten Fall - einer wirksamen Antragsänderung.


Links & Literatur

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Literatur

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